
Ab Sommer 2026 müssen Großstädte wie Berlin einen Wärmeplan vorlegen, um die fossilfreie, sozialgerechte Wärmeversorgung einzuleiten. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fragt nach, was der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf unternimmt, um die kommunale Wärmewende voranzubringen.
Sibylle Centgraf, Sprecherin für Klimaschutz, sieht neben dem Klimaschutz die Dringlichkeit, Heizen für Alle bezahlbar zu halten: „Fossile Brennstoffe werden in den nächsten Jahren immer teurer. Wenn die Wärmewende verschleppt wird, zahlen die Menschen das mit ihren Heizkosten.“
Mit erneuerbarem Strom aus Wind und Sonne kann der Wärmesektor elektrifiziert werden. Geo- und Solarthermie sowie Wärme aus Abwasser können besonders gut in Wärmenetzen genutzt werden.
„Unverantwortlich ist es, wenn jetzt mitten in der Stadt neue Gaskraftwerke gebaut werden, wie es auf der Mierendorff-Insel geschieht. So können wir Klimaneutralität nicht erreichen und Wohnungen, die an dieser Fernwärme hängen, bekommen steigende Heizkosten“, mahnt Sibylle Centgraf. „Besser sieht es bei der Wärmeversorgung durch Genossenschaften aus. Da bleibt die Wertschöpfung, also der Gewinn durch den Verkauf von fossilfrei erzeugter Energie, bei den Genossenschaftsmitgliedern vor Ort. Mit dieser Idee geht die Nahwärmegenossenschaft Eichkamp im Bezirk voran.“
Der Bezirk hat sich auf den Weg gemacht. Wärmeverbrauch und Einsparpotenziale aller Gebäude wurden mit Unterstützung der Universität der Künste und anderen in einer EnergyMap Berlin erfasst. Diese Daten erleichtern Hauseigentümer*innen die Umstellung auf klimafreundliche Wärmeversorgung. Bei quartiersbezogenen Energiekonzepten lassen sich damit Großabnehmer sowie Abwärmequellen besser einbeziehen. Mit ihnen steigt die Wirtschaftlichkeit von Versorgungslösungen. Die Entscheidung zwischen Wärmepumpe, Nahwärmenetz oder Fernwärme kann so besser getroffen werden.
Mit der Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien mittels Wärmenetzen und Wärmepumpen, können die Preise auf langfristige Sicht gedrosselt werden.